Piercing Survival Guide

So Überlebst du dein erstes Piercing


Mit dem Piercen anzufangen kann einschüchternd sein, und teilweise sogar richtig angsteinflößend. Aber für die, die den Schritt wagen, beginnt meist eine lebenslange Leidenschaft und ein wesentlicher Bestandteil des Aussehen und Lifestyles.

Hier ist dein Guide der dir zeigt, wie die ersten Schritte sein sollten. Viel davon hätten wir uns gewünscht zu wissen, als wir uns das erste mal haben Piercen lassen. Die Tipps kannst du aber natürlich auch anwenden, wenn dein „erstes Mal“ bereits Jahre zurück liegt.

 

Warum piercen?


Piercen ist aus diversen Gründen eine populäre Art der Body Modification - und wird es zunehmend mehr! Zum einen ist es ist es nicht so permanent wie ein Tattoo oder gar Branding. Du kannst (die meisten) Piercings einfach so lange tragen, wie du möchtest.

Dazu sind Piercings leicht zu modifizieren und individualisieren. Zum Beispiel kannst du je nach Outfit oder Stimmung an der selben Stelle unterschiedliche Piercings tragen. Klassische Stecker in Gold oder Silber an einigen Tagen, oder eben etwas Glitzerndes an anderen. Oder vielleicht ist dir der Sinn eher nach etwas schlichtem Schwarzen?

Unsere Tipps für ein tolles Erstes Mal

Bevor du aber anfängst, dir ernsthafte Gedanken zu machen, was für Möglichkeiten dir dein fertiges Schmuckstück nachher bietet, solltest du einen Schritt zurück gehen, denn ein paar Dinge gibt es bis dahin zu beachten.

Geh immer zu einem (ausgezeichneten) Profi

Natürlich ist es verlockend, bei der Wahl des Piercers auf den Preis zu achten und so mehr für schönen Schmuck übrig zu haben. Leider erhöht man damit auch die Chance auf Infektionen und Fehlschläge. Wenn du zu einem Piercer mit gutem Ruf gehst, garantierst du, dass die Prozedur sicher ist, die Schmerzen minimal und deine persönlichen Bedürfnisse beachtet werden.

Ein/e Body PiercerIn, der sein Geld wert ist, hat jahrelanges Training und Erfahrung hinter sich, um sich für ihren/seinen Beruf zu qualifizieren. Es macht sich bezahlt, jetzt etwas mehr Geld hinzulegen, als sich später zu ärgern. Wenn du mehrere Optionen in der Nähe hast, dann shoppe ein bisschen und such dir das Studio aus, was dir persönlich am besten zusagt. Wenn du nur einen Piercer in der Nähe hast, dann schau dir auch das Angebot im nächsten Ort an.

Stell sicher, dass das Studio auf die Art von Piercing, die du möchtest, spezialisiert ist. Das findest du über die Website oder Social Media heraus. Richtig hilfreich sind Erfahrungen aus dem Bekanntenkreis. Am wichtigsten ist es aber, dass du ein Studio wählst, dass hygienisch und aufgeräumt ist und in dem du dich wohlfühlst.

Und dann: bloß keine Schüchternheit, stell alle Fragen, die dich beschäftigen, und lass dich dort nur piercen, wenn alle beantwortet werden!

PISTOLEN UND NADELN

Dieser Punkt ist wichtig, und bekommt seinen eigenen Abschnitt. Zuerst: Pistolen sind ein No-No! Gute PiercerInnnen nutzen ausschließlich Nadeln, da sie genauer und hygienischer sind. Piercing-Pistolen hingegen sind schwer richtig zu reinigen und drücken das scharfe Ende des Schmucks mit Gewalt durch die Haut. Die Haut wird dabei zur Seite gedrückt. Das führt später oft zu unschönen Knubbeln.

(Hohle) Piercing-Nadeln entfernen beim Durchstechen etwas Haut, was für ausreichend Platz für Schmuck sorgt, und für Piercings die sich besser anfühlen und schneller abheilen.

Stell sicher, dass die Nadel steril ist. Im besten Fall wird sie vor deinen Augen aus der Packung oder zumindest aus der Autoklave genommen. Wenn sich dein/e PiercerIn weigert, Handschuhe zu tragen, lauf weg!

Bereite dich gut vor

Vor dem großen Moment solltest du eine ordentliche Mahlzeit gegessen haben und ausgeschlafen sein. Feiere nicht zu doll oder zu lang am Abend vorher. Der eigentliche Termin geht meistens schnell, aber es ist einfacher, Schmerzen auszuhalten, wenn du gut ausgeruht bist und keinen Hunger hast.

Geh unvoreingenommen zum Termin. Die/der PiercerIn ist die/der KünstlerIn, und du bist die Leinwand. Sie oder er sollte in der Lage sein, jedes Piercing, dass du dir wünschst, gut ausehen zu lassen. Auf der anderen Seite spielt deine eigene Anatomie auch eine wichtige Rolle und ein echter Nadelprofi wird sagen können, ob dein Wunschpiercing zu dir passt oder nicht. Sei bereit für Kompromisse und höre den ExpertInnen zu!

Cheat Sheet! Tipps für dein erstes Piercing (und alle danach!)

  • Es wird (ein bisschen) wehtun und kann auch bluten. Das ist absolut normal und jeder im Raum außer dir weiß, wie man damit umgeht. Alles ok, versuch so ruhig wie möglich zu bleiben. Denk an was schönes!
  • Sag deiner/m PiercerIn, dass es dein erstes Mal ist, und du nervös ist, wenn du willst. Es hilft!
  • Bring was süßes mit, falls dir schwindelig wird.
  • Wenn du dich krank fühlst, verschieb den Termin! Warte, bis es dir besser geht. Wenn du Medikamente nimmst, sag im Studio Bescheid.
  • Trag‘ bequeme Kleidung, die keinen Druck auf dein neues Piercing ausübt. Bring ein Haarband oder Zopfgummi mit, wenn du dir die Ohren pierct.
  • Wenn du nicht 100% glücklich mit der Markierung bist, sag etwas!
  • Es kann sein, dass du nach einem Ausweis, Erlaubnis der Eltern oder ähnlichem gefragt wirst. Bring sie mit!
  • Bring eine/n FreundIn nur, wenn er oder sie absolut cool ist. Du willst niemanden dort haben, der dich noch nervöser macht.


Sei gewissenhaft mit der Pflege

Vergiss nicht, dass du deinen Teil dazu beitragen musst, dass dein Piercing vollständig und schön abheilt. Berühre dein Piercing niemals, ohne vorher die Hände zu waschen oder zu desinfizieren, um Verunreinigungen zu vermeiden.

Dazu solltest du die Haut um das Piercing herum mindestens einmal am Tag gründlich reinigen, eher öfter. Das kommt drauf an, was für ein Piercing du hast – nachfragen! Nutze Tücher oder Wattestäbchen zusammen mit PH-neutraler Seife, um die Gegend zu säubern. Noch besser hilft eine Sprühflasche mit Kochsalzlösung, besonders für schlecht erreichbare Piercings.

Bewege oder drehe dein Piercing nicht mehr als nötig. Du hast es machen lassen, um dich zu verschönern und es bewundern zu lassen, nicht um damit zu spielen. Vermeide außerdem für 1-2 Wochen, auf der frisch gepiercten Seite zu schlafen. Pro-Tipp: ein Flugzeugkissen kann hier Wunder wirken! Du hast für das Piercing gutes Geld ausgegeben – du solltest auch dafür sorgen, dass es schön und sauber abheilt.

Verheildauer und Infektionen

Die Verheildauer kommt vor allem auf die Art deines Piercings an. Ein Ohr-Piercing kann zum Beispiel bereits nach 6 Wochen verheilt sein, während ein Helix oder Industrial bis zu einem Jahr brauchen kann.

Während dieser Zeit ist es besonders wichtig, dass du Infektionen vermeidest. Gereizte Haut ist völlig normal, und zeigt nur, dass die Haut auf den Fremdkörper reagiert. Wenn die Haut allerdings rot wird oder übel riechende Flüssigkeit austritt, ist eine Entzündung sehr wahrscheinlich und du solltest deinen Arzt oder Piercer aufsuchen.

 

Wir helfen dir zu entscheiden


Ein Piercing stechen zu lassen ist nie leicht, besonders wenn du persönliche Gründe dafür hast. Aber wenn du dich an die Tipps in diesem Guide hältst, sollte deine Sitzung und der Heilprozess entspannt ablaufen.

Falls du darüber hinaus noch Hilfe bei der Entscheidung brauchst, haben wir ein paar Empfehlungen von beliebten Piercings zusammengestellt:

 

BAUCHNABEL

Das ist seit jeher DER Klassiker und war für viele von uns das erste Piercing. Die meisten wählen eine glitzernde Banane für den Bauchnabel, aber du kannst auch Piercingringe oder Spiralen Benutzen. Die Wahl ist bei dir!

 

Helix Piercings

Es gibt gute Gründe warum Helix Piercings so beliebt sind. Zum einen sieht es einfach sehr sehr schön aus, zum anderen kannst du sie zu einer Constellation zusammenstellen und dich kreativ richtig austoben.


Tragus Piercings

Willst du etwas schlichteres? Tragus Piercings Sind das Richtige für dich! Hier sind ein paar Vorschläge.

 

Industrial Piercings

Verbreite eine Aura aus unwiderstehlichem Selbstbewusstein, indem du dich für ein Industrial Piercing entscheidest. Neben den “normalen” geraden Stäben bieten wir auch tolle andere Formen an. Sieh selbst!